Pelikanhaus – Ein Zuhause auf Zeit am Clemenshospital.
Marketing-Vor-Ort
Rückblick
Wie gelingt eine erfolgreiche Fundraising-Kampagne im Gesundheitswesen?
Dieser Frage widmete sich die jüngste Veranstaltung des Marketing Business Clubs, moderiert von Beiratsmitglied Michael Hoffmann „Pate“ der Veranstaltung. Gemeinsam mit Sabrina Schulz, Referentin Fundraising der Alexianer, und PD Dr. Otfried Debus, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Clemenshospital, erhielten 30 Gäste spannende Einblicke in die Entstehung des Pelikanhauses – einem Zuhause auf Zeit für Familien schwerstkranker Kinder.
Zu Beginn erläuterte PD Dr. Otfried Debus die medizinischen Hintergründe der Kinderneurologischen Frührehabilitation im Clemenshospital. Die hochspezialisierte Abteilung ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig und behandelt Kinder mit schweren Hirnschädigungen, beispielsweise nach Unfällen oder schweren Erkrankungen. Viele der jungen Patientinnen und Patienten werden mehrere Monate im Clemenshospital behandelt. Für die betroffenen Familien bedeutet dies eine enorme Belastung, weshalb die Möglichkeit, während dieser Zeit in unmittelbarer Nähe ihrer Kinder wohnen zu können, von unschätzbarem Wert ist. Das Pelikanhaus wurde geschaffen, um genau diese Unterstützung zu bieten.
Im Mittelpunkt des Vortrags standen nicht nur die beeindruckenden Ergebnisse der Kampagne, sondern vor allem die Menschen, Strategien und Erfahrungen dahinter. Offen und authentisch berichteten die Referierenden über den Weg von der ersten Idee bis zur Eröffnung des Pelikanhauses. Mit mehr als vier Millionen Euro Spenden, über 2.000 Unterstützerinnen und Unterstützern sowie der Auszeichnung mit dem Deutschen Fundraising Preis 2023 gilt das Projekt als Beispiel für erfolgreiches Klinik-Fundraising. 2025 besuchte Toni Kroos das Projekt, welches er mit seiner Stiftung unterstützt.
Besonders wertvoll für die Teilnehmenden waren die ehrlichen Einblicke in das Projekt. Sabrina Schulz zeigte auf, welche Rolle langfristige Beziehungsarbeit, Vertrauen und individuelle Ansprache spielen, aber auch welche Hürden auf dem Weg zu bewältigen waren. Themen wie Bauverzögerungen, Kostensteigerungen und Krisenkommunikation sprach sie ebenso transparent an wie die Erfolge der Kampagne.
Für den Erfolg der ersten und bislang größten Spendenkampagne im Alexianer-Verbund waren insbesondere ein starkes Netzwerk, persönliches Engagement und eine konsequente Beziehungsarbeit entscheidend. Das Fundraising-Team rund um Dr. Martina Klein und Sabrina Schulz setzte auf eine individuelle Ansprache und eine wertschätzende Begleitung der Spenderinnen und Spender. Einen besonders hohen Stellenwert nahm dabei die interne Kommunikation ein: Mitarbeitende wurden frühzeitig eingebunden und entwickelten sich zu wichtigen Multiplikatoren des Projekts. Die breite Akzeptanz innerhalb der Organisation und die starke regionale Verankerung erwiesen sich als wesentliche Erfolgsfaktoren für die Gewinnung von Großspenderinnen und Großspendern.
Dabei wurde deutlich: Erfolgreiches Fundraising lebt nicht von kurzfristigen Aktionen, sondern von Authentizität, Ausdauer und dem Mut, auch aus Rückschlägen zu lernen. Die Referierenden teilten offen, dass es trotz des großen Erfolgs weiterhin Potenziale gibt – etwa im Bereich Online-Fundraising. Gerade diese Offenheit sorgte für einen besonders praxisnahen und glaubwürdigen Austausch.
Der Blick richtete sich jedoch nicht nur auf die Vergangenheit. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Baus des Pelikanhauses stehen bereits neue Vorhaben in den Startlöchern. Spenderinnen und Spender können sich weiterhin fürs Pelikanhaus engagieren. Sogenannte Familienpatenschaft sichern den Betrieb des Pelikanhauses. Künftige Fundraising-Projekte sollen unter anderem die Onkologie am Clemenshospital sowie die Geriatrie der Raphaelsklinik unterstützen. Eine Besichtigungstour durch das Pelikanhaus und intensives Netzwerken nach Impuls und Rundgang rundeten den sehr gelungen Abend ab.
Fotos:
Meike Reiners Fotografie
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